Es ist 3:17 Uhr morgens.
Deine Augen reißen auf. Das Herz pocht. Die Gedanken rasen schon.
Der Plan für morgen. Diese E-Mail, die du vergessen hast zu verschicken. Ein Gespräch von vor drei Tagen, das du immer wieder durchspielst.
Du versuchst, deinen Kopf zur Ruhe zu bringen. Es geht nicht.
Du schaust auf die Uhr. 3:23 Uhr. Du rechnest: "Wenn ich JETZT SOFORT einschlafe, habe ich noch drei Stunden bis zum Wecker."
Du schläfst nicht wieder ein.
Es ist die vierte Nacht diese Woche. Die vierzehnte Nacht diesen Monat. Du hast längst aufgehört zu zählen, wie viele Monate es schon sind.
Dr. Julia Berger weiß genau, wie sich das anfühlt.
Denn eines Nachts wurde diese Schlaf-Neurologin mit 15 Jahren Erfahrung selbst zu einer von ihnen— den Frauen, die um 3 Uhr morgens mit rasenden Gedanken aufwachen, die sie nicht abschalten können.
Und was sie bei dem Versuch, sich selbst zu helfen, entdeckte, sollte über 120.000 Frauen helfen, endlich die Angstspirale um 3 Uhr morgens zu durchbrechen.
Ich erinnere mich genau an den Moment, in dem mir klar wurde, dass ich auseinanderfiel", erinnert sich Dr. Berger.
"Ich stand um 6 Uhr morgens in meiner Küche und starrte die Kaffeemaschine an. Ich konnte mich nicht erinnern, ob ich schon Kaffee gemacht hatte. Ich schaute nach unten. In meiner Hand war eine volle Tasse. Ich hatte keine Erinnerung daran, sie gemacht zu haben."
Innerhalb weniger Monate nach ihrem ersten Aufwachen um 3 Uhr morgens begann alles, was sie aufgebaut hatte, zu zerbröckeln.
Bei der Arbeit: Mitten im Satz vergaß sie den Namen einer Patientin — jemand, den sie seit drei Jahren behandelte. Sie begann, alles doppelt zu überprüfen, voller Angst vor den Fehlern, die die Erschöpfung verursachen würde.
Zu Hause: Sie fuhr ihre 12-jährige Tochter wegen verschütteten Safts an. Nicht nur genervt —Wut. Die Art, die dir hinterher Angst macht.
Ihre Tochter fragte sie nicht mehr um Hilfe bei den Hausaufgaben. "Du bist immer müde, Mama. Ist schon gut."
In ihrer Ehe: Ihr Mann begann, im Gästezimmer zu schlafen. Nicht aus Wut. Etwas Schlimmeres. Distanziert. Als würde er schon üben, wie das Leben ohne sie aussehen würde.
Eines Morgens, nach einer weiteren schlaflosen Nacht, sagte er die Worte, die sie zerbrachen:
"Du bist nicht mehr du selbst. Ich weiß nicht, wer dieser Mensch ist."
Er hatte recht. Auch sie erkannte sich selbst nicht wieder.
Das Schlimmste daran? Sie war eine Schlafspezialistin, die nicht schlafen konnte. Sie kam sich vor wie eine komplette Hochstaplerin.